Dieser Tage tagte die Zeitungsbranche in Wien. Trotz Fake-News-Diskussionen und wirtschaftlichen Problemen vieler Medienhäuser konnte man beim Newspaper Congress den Eindruck gewinnen, „dass sich die Printbranche wieder ihrer Qualitäten besinnt“, schreibt Medienredakteurin Isabella Wallnöfer in Die Presse.
Inside pr.com – Print ist in
Der Wunsch der Leserschaft nach Seriosität sei wieder spürbar. „Journalismus erlebt eine neue Wertschätzung“, erklärt etwa Julia Jäkel, die Chefin des deutschen Verlagsriesen Gruner + Jahr im Bericht der Tageszeitung. Diese Meinung teile ich auch. Schon länger spürt man, dass das Pendel wieder in eine andere Richtung ausschlägt. Print ist wieder in, es ist ein „Premiumpropdukt auf dem Info-Sektor“ heißt es in dem Bericht weiter.
Was für den Tageszeitungs-Journalismus gilt – wir brauchen Qualität, gut ausgebildete Journalisten, eine vernünftige Form der Presseförderung (und nicht nur Subventionen aus parteipolitischen Interessen) – gilt meiner Meinung nach auch für den Magazin-Sektor. So wie die Tageszeitung in der digitalen Welt überlebt hat, haben auch Print-Magazine gegenüber Online Medien viele Vorteile. Gedruckte Zeitungen und Magazine hält man in der Hand, das ist wertvoller, das hinterlässt einen positiven haptischen Eindruck. Man wird zum Lesen, zum Schmöckern animiert, während man online die Texte meist nur überfliegt.
Print regt zum Reflektieren an
Bilder und Grafiken funktionieren meiner Ansicht nach gedruckt besser als digital. Der wahrscheinlich wichtigste Vorzug von einem Print-Produkt ist die Geisteshaltung, die man einnimmt – ähnlich wie bei einem Buch. Während man durchs Netz quasi durchhetzt, von einer Seite zur anderen springt, vor Angst, etwas zu verpassen, laden Zeitungen und Zeitungen und Magazine zum Innehalten, zum Nachdenken zum Meinungsbilden ein. Und zum Entspannen. Dadurch lassen wir uns mehr auf die Inhalte ein, wir lesen nicht so oberflächlich wie online, wir reflektieren mehr über das Gelesene. Wir bilden unsere Meinung vielleicht tiefgründiger als wenn wir Nachrichten und Hintergründe über Facebook und co konsumieren.
Daher bin ich überzeugt, dass Print lebt – wohlgemerkt gute Printprodukte mit einer klaren Positionierung, mit einer guten Aufmachung, mit interessanten Inhalten. Mit Qualität eben.
Ihre Angela Pengl-Böhm







